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Charta für Klimaschutz unterzeichnetCharta für Klimaschutz unterzeichnet

Auszug aus dem Gießener Anzeiger vom 14.01.2011

Zweckverband unterzeichnet „Charta für den Klimaschutz“
Selbstverpflichtung in Lollar in Gegenwart von Ministeriumsvertretern - Im Vorfeld Aktionsplan - Bei Regeltechnik gutes Stück vorangekommen

LOLLAR/STAUFENBERG (dge). Auch beim Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) macht man sich Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit. Wie Geschäftsführer Jochen Becker betonte, schlössen sich technischer Fortschritt und Umweltbewusstsein nicht aus. Gemeinsam mit Dr. Bernd Wiezcorek, Verbandsvorsteher des ZLS, unterzeichnete Jochen Becker die hessische „Charta für den Klimaschutz“. Zu Gast in den Räumen des Zweckverbandes waren dabei Bernhard Heinz vom hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und seine Mitarbeiterin Christine Porzucek, Frank Reißig vom Regierungspräsidium Gießen, Dr. Martin Michel von der Passavant-Intech GmbH sowie Uwe Stengel (Abwassermeister und Betriebsleiter ZLS) und sein Stellvertreter Karlheinz Ochs. Jochen Becker und Dr. Martin Michel erläuterten kurz, was sich in Sachen Energieeffizienz beim ZLS getan hat.
Der Unterzeichnung vorausgegangen war ein Aktionsplan des ZLS für mehr Klimaschutz, in dem sich der Verband zu einer Energieeinsparung durch ein neues Reglersystem verpflichtet hatte. Das ist mittlerweile umgesetzt worden. Mit dem neuen Reglersystem wurde die Reinigungsleistung der Kläranlage in Lollar verbessert und der Stromverbrauch wesentlich gesenkt. Wie Jochen Becker erklärte, stand anfangs die Frage, ob eine gut funktionierende Kläranlage noch weiter verbessert werden kann und ob es möglich ist, bei höherer Reinigungsleistung gleichzeitig weniger Energie einzusetzen.
Auch stand die Frage der Wirtschaftlichkeit an. Die Antwort lieferte die Firma Passavant-Intech mit ihrem Reglersystem für die Kläranlage. Installiert wurde das System im Laufe der vergangenen beiden Jahre. Ein Vergleich mit den Stromkosten der Vorjahre zeigt schnell erfreuliche Ergebnisse. Lag der durchschnittliche monatliche Stromverbrauch der Kläranlage 2003 bei 131 500 KW, so waren es 2010 nur noch 72 000 KW. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf rund 290 000 Euro, davon finanzieren sich 210 000 Euro über die Verrechnung mit der Abwasserabgabe, die der ZLS an das Land Hessen zahlt. Jochen Becker zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Investition in drei Jahren amortisiert hat. Bernhard Heinz merkte an, dass das Thema Nachhaltigkeit die gesamte Gesellschaft betreffe. Es fange schon bei Kleinigkeiten an. Schon die an sich banale Entscheidung, ob man die Treppe nimmt oder den Aufzug, könne sich bei den Energiekosten summieren. Ein Fahrstuhl verbraucht Strom, nimmt man die Treppe, spart das Strom und tut auch der Gesundheit gut. Große Potenziale an Energieeinsparungsmöglichkeiten im Sinne der Nachhaltigkeit sah auch Frank Reißig gerade bei Kläranlagen. Die „Charta für den Klimaschutz“ ist eingebunden in die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen.
Mit dieser Strategie soll eine langfristige Perspektive für Hessen entwickelt werden, die das Leben heute und zukünftig ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig gestaltet. Die „Charta für den Klimaschutz“ ist eine Selbstverpflichtungserklärung des ZLS vor allem zur Durchführung von Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur Energieeinsparung. Sie ist Teil des Projektes „100 Unternehmen für den Klimaschutz“ und damit wiederum Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. „Die Politik ist nicht allein verantwortlich für den Klimaschutz. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen an einem Strang ziehen. Daher sehen auch wir uns als Unternehmen dazu verpflichtet, einen Beitrag zu leisten“, stellte Jochen Becker klar.


Bernhard Heinz, Christine Porzucek, Martin Michel und Frank Reißig (hintere Reihe, von links) schauen Jochen Becker und Bernd Wiezcorek (sitzend, von links) bei der Unterzeichnung der Charta über die Schulter. Foto: Gerstenberger


Auszug aus der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 14.01.2011

Geschäftsführer Jochen Becker unterzeichnete gestern Charta – Durch neues Reglersystem Verbesserungen in Kläranlage erzielt

Lollar (js). Energieeinsparung, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit: Diese Forderungen setzt man aktuell und langfristig beim Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) in der Praxis um, verdeutlichten am gestrigen Donnerstag ZLS-Geschäftsführer Jochen Becker und Verbandsvorsteher Dr. Bernd Wieczorek in der Betriebszentrale auf dem Gelände der Kläranlage Lollar. Jochen Becker unterzeichnete die hessische Charta für den Klimaschutz, durch den sich das Unternehmen vor allem zur Verwirklichung von Maßnahmen zur Energieeinsparung verpflichtet. Seitens des ZLS sind 2009/2010 bereits wichtige Verbesserungsarbeiten durch ein neues Reglersystem erfolgt.

Der Unterzeichnung der Charta durch den Zweckverband, dem die Kommunen Lollar, Staufenberg und Wettenberg angehören, ging die Aufstellung eines sogenannten Aktionsplanes für mehr Klimaschutz und Energieeinsparung voraus. Durch die Passavant-Intech GmbH wurde ein neues Reglersystem eingebaut. Damit wurde, wie Dr. Martin Michel von der in der Nähe von Würzburg ansässigen Fachfirma erläuterte, »die Reinigungsleistung der Kläranlage Lollar nochmals verbessert und der Stromverbrauch der Anlage wesentlich reduziert.« Die Kosten für das Projekt betragen insgesamt 290 000 Euro, die mit der Abwasserabgabe weitgehend verrechnet werden können, langfristig dann ganz gedeckt sind.
Über die Hintergründe der Charta-Unterzeichnung informierten bei dem Pressegespräch neben Jochen Becker,Dr.Wieczorek und Dr. Martin Michel auch Bernhard Heinz und Christine Porzucek (beide vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Frank Reißig (Regierungspräsidium Gießen), Uwe Stengel (beim Zweckverband Abwassermeister und Betriebsleiter) sowie der Stellvertretende Betriebsleiter beim ZLS, Karlheinz Ochs. Wie sie berichteten, erfolge die Selbstverpflichtungserklärung des Zweckverbandes im Rahmen des Projekts »100 Unternehmen für den Klimaschutz« und sei Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen.
Diese Nachhaltigkeitsstrategie ist eine Initiative der Hessischen Landesregierung und trage dazu bei, eine langfristige Perspektive für Hessen zu entwickeln und – wie Bernhard Heinz und Christine Porzucek unterstrichen – »das Leben heute und in Zukunft ökologisch, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig zu gestalten«. Die Strategie baue auf Engagement und aktive Beteiligung der Bevölkerung, von Unternehmen und verschiedenen Institutionen in Hessen.
In der Pressekonferenz wurde berichtet, dass mit einer Vielzahl von klimaschützenden Aktionen hessische Unternehmen aufgefordert seien, eine Charta für den Klimaschutz zu unterzeichnen. Die Unterzeichner verpflichten sich, einen Aktionsplan für ihre CO2-Bilanz aufzustellen. Rund 50 Unternehmen – darunter der ZLS Lollar- Staufenberg – haben einen solchen Aktionsplan entwickelt.
Zu den Aufgaben des Zweckverbandes Lollar- Staufenberg gehören im Übrigen die Wasserversorgung von der Wassergewinnung über die Speicherung bis zu Verteilung des Trinkwassers zu den einzelnen Haushalten, auf der Entsorgungseite die Abwasserleitung über die Hausanschlüsse, die Orts- und Verbindungskanäle bis zur zentralen Kläranlage. Dort wird das Abwasser vollbiologisch gereinigt und dann der Lahn wieder zugeführt.
Weitere Infos: www.hessen-nachhaltig.de und auch www.zls-lollar.de


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