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Verbandsversammlung am 09.12.2016Verbandsversammlung am 09.12.2016

Auszug aus dem Gießener Anzeiger vom 13.12.2016

Hunderttausende für den Hochbehälter
Auch im dritten Jahr Weidhof im Mittelpunkt

LOLLAR - (sl). Im Schulungsraum der Betriebszentrale des Zweckverbandes Lollar/Staufenberg (ZLS) trafen sich die Mitglieder unter Leitung von Johannes Fuhrmann, dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung, um den Geschäftsbericht für 2016, von Geschäftsführer Jochen Becker entgegenzunehmen. Verbandsvorsteher Dr. Bernd Wieczorek. „Wir sind mit unseren Mitarbeitern gut aufgestellt, das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Becker sprach dann im Geschäftsbericht 2016 die Maßnahmen bei Wasserversorgung, Kläranlagen und Kanalisation an.
Es gab betriebliche Optimierungen und den Seminarbetrieb. Zum Bericht gehörten auch die Verbrauchsabrechnung und Buchhaltung sowie die Betriebsführung für den Wasserverband Lumdatal. Erfreut erklärte er, dass nachdem der ZLS im Dezember 2015 das Zertifizierungsaudit bestanden hat, nun ebenso auch das erste Überwachungsaudit im November 2016 durch den TÜV Hessen absolviert wurde.
Als Aufgaben für 2017 sah er die Senkung der Wasserverluste, die sich im Vergleich zu 2015 leicht verbessert haben. An Bauprojekten sprach er die Maßnahmen im Hochbehälter Weidhof an, bei dem im dritten Bauabschnitt die Rohrinstallation in der Vorkammer und die Regeneration des Tiefbrunnens II in Mainzlar planmäßig umgesetzt wird. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Sicherstellung der Wassergewinnung aus dem Tiefbrunnen II gelegt. Eine Gemeinschaftsmaßnahme mit Hessen Mobil wird die Leitungs- und Straßenerneuerung in der oberen Vorstadt in Staufenberg sein.

Fünfter Abschnitt
Geplante Erschließungsmaßnahmen zum fünften Bauabschnitt stehen in den Lollarer Lumdaniederungen an. Bei der Kläranlage liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Anlagenoptimierung, besonders im Hinblick auf die Umsetzung der neuen Wasserrichtlinien. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Kanalerneuerung in Ruttershausen und Staufenberg.
Dann stand die Beratung und Beschlussfassung über den Entwurf des Wirtschaftsplanes 2017 an, der einstimmig beschlossen wurde. Dieser sieht im Erfolgsplan einen Ertrag und Aufwand von jeweils 5 775 533 Euro vor, im Vermögensplan sind dies bei Einnahmen und Ausgaben je 3 349 565 Euro. Für Investitionen im Betrieb Wasserversorgung werden Darlehen von 681 500 Euro veranschlagt, der Höchstbetrag der Kassenkredite wurde auf 50 000 Euro festgelegt. Die Wassergebühren von 1,86 Euro/Kubikmeter und die Grundgebühren bleiben gegenüber 2016 unverändert, das gilt auch für Schmutzwasser. Eine Änderung der Entschädigungssatzung wurde einstimmig beschlossen. Von bisher zehn Euro je Sitzung ändert sie sich auf dann 15 Euro.

1200 Kubikmeter
Dann sprach Wassermeister Marco Kirchner über die Sanierung der Wasserkammern des Hochbehälters Weidhof. 1967 als Zweikammer-Rundbehälter gebaut, enthält jede Kammer 1200 Kubikmeter Trinkwasser. Für Lollar und Staufenberg hat der Hochbehälter Weidhof eine sehr hohe Bedeutung, stellt er doch mit den beiden Tiefbrunnen Mainzlar I und II sowie dem Wasserwerk Mainzlar ein Herzstück der kommunalen Wasserversorgung dar. Durch die gute geografische Lage können auch nahezu alle Versorgungsbereiche im freien Gefälle ohne zusätzlichen Energieaufwand gespeist werden. Der Durchsatz eines Jahresmittels beträgt rund eine Million Kubikmeter, der Spitzendurchfluss im diesjährigen Sommer ergab einen Tagesdurchsatz von rund 3600 Kubikmeter durch eine Wasserkammer, was einen dreimaligen Wasseraustausch am Tag bedeutete, sagte Kirchner, der auch erklärte, dass „bei einem gleichbleibend hohen Durchsatz als zentrale Wasserspeicheranlage der Hochbehälter an seine Kapazitätsgrenze stößt, und somit seine maximale Auslastung erreicht“.
Christoph Fischer von der Gesellschaft für Geohydraulik erläuterte darauf die einzelnen Schritte der Sanierung der Speicherkammern des Hochbehälters, die die Instandsetzung der Speicherkammern, die Erneuerung der Außenabdichtung mit Dämmung, und die technische Installation beinhaltete. Die erste Bauphase verursachte dabei Kosten von 515 000 Euro, und war im November 2015 abgeschlossen. Die Außensanierung kostete 382 946 Euro und war im Juli 2016 beendet. Inzwischen läuft die dritte Bauphase mit dem Einbau der Technik, bei der geschätzte Kosten von 224 500 Euro im Raum stehen.
Dr. Martin Michel sprach dann über die Verfahren einer weitergehenden Optimierung der Phosphorelimination der Kläranlage Lollar. Becker: „In Lollar haben wir durch die Umstellung der Erweiterung der Belüftung der Kläranlage bereits einen sehr stabilen Betrieb der Anlage und es sind sehr gute Ablaufwerte zu erkennen.“


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