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»Die haben sich viel Mühe gemacht«»Die haben sich viel Mühe gemacht«

Aus Gießener Allgemeinen Zeitung vom 11.10.05

Gleichmäßiger Besucherandrang am Tag der offenen Tür des Zweckverbandes

Besichtigung Lollar/Staufenberg (sdi). »Wir sind sehr überrascht über den Besucherandrang«, freute sich Jochen Becker, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg (ZLS), am Sonntag. Zum Tag der offenen Tür aus Anlass des 100. Jubiläums der »Wasserversorgung« unter dem Dach des ZLS kamen trotz eher neblig-trüben Wetters viele Interessenten zur ZLS-Kläranlage in Lollar. »Auch viele Wißmarer sind hier«, stellte Becker fest und beschrieb den »Andrang« während des ganzen Tages als »gleichmäßig«. Der Geschäftsführer: »Die ersten Gäste waren schon vor der offiziellen Eröffnung um Zehn vor Elf hier. Und die Busse nach Mainzlar sind immer besetzt.« Vom Vorschulkind bis zum Rentner fand sich ein bunt gemischtes Publikum an der Kläranlage als »zentralem Anlaufpunkt« ein, darunter der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Johannes Fuhrmann (Staufenberg), und der Verbandsvorsteher und Lollarer Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek.

Besichtigung Wasserwerk MainzlarDie Besucher ließen sich an dem für ein Volksfest eher ungewöhnlichen Ort leckeren Blechkuchen, Erbsensuppe, Würstchen und Bier schmecken, ergatterten die heiß begehrten ZLS-Bonbons und –Zollstöcke, trugen sich ins Gratulationsbuch ein und nutzten vor allem die Gelegenheit, einmal »ganz nah« zu sehen, was mit dem Wasser passiert, bevor und nachdem es zu Hause aus dem Hahn strömt. Für die kleinsten Gäste hatte der ZLS im Betriebsgebäude ein Kinderprogramm mit Malen, Schminken und den altersgerechten Filmen »Wo kommt unser Wasser her?« und »Wo geht unser Wasser hin?« vorbereitet. Doch auch für die Erwachsenen war der Besuch an der Kläranlage lehrreich. Bierernst wurde es aber bei den stündlichen Führungen nicht. »Was für eine Brühe!« entsetzte sich eine Frau mit Blick auf das Belebtschlammbecken, während ein Mann meinte, das sei »wie in der Brauerei«. »Das ist auch dein Stoffwechsel-Endprodukt«, belehrte eine Mutter ihre Tochter, nachdem Abwassermeister Uwe Stengel diese Bezeichnung anstelle etwaiger »ordinärer« Wörter eingeführt hatte.

Stengel und seine Kollegen konnten wirklich allerhand über die chemischen und biologischen Zusammenhänge der Anlage erzählen – von den hilfreichen Bakterien im Schlammbecken bis zu den Untersuchungen im Labor. Kompetent gab der Abwassermeister Auskunft, wenn wissbegierige Besucher nach dem Reinigungsgrad der Kläranlage und den Anteilen einzelner Chemikalien im geklärten Wasser fragten oder mit ihm über die Verwendung von Klärschlamm als Dung und Füllmaterial diskutierten. Die Besucher bekamen die komplette Anlage von den Förderschnecken über Rechen und Sandfang, Belebtschlamm- und Nachklärbecken bis hin zur Schlammpresse zu sehen.

Auch Anekdoten aus dem Alltag des ZLS-Fachpersonals durften nicht fehlen. Stengel berichtete seinen Zuhörern von einem Mann, dem seine Freundin eine Goldkette geschenkt hatte. Das gute Stück ging im Zuge einer vorübergehenden Beziehungskrise an die Kanalisation verloren. »Guter Mann, das finden wir in hundert Jahren nicht«, musste Stengel den Anrufer enttäuschen.

Was in der Kläranlage am Sieb, dem so genannten Rechen, hängen bleibt, landet in Säcken und wird ohne weitere Untersuchung zu Stabilat verarbeitet. Am Ende der Führung konnten sich die Besucher dann vom Ergebnis des Klärvorganges überzeugen: klares Wasser. »Trinken würde ich das aber nicht« so Stengel. »Da sind zu viele Koli-Bakterien drin.«

Mit dem Kleinbus der Freiwilligen Feuerwehr Lollar kamen die Besucher bequem zu den anderen Stationen des Tages der offenen Tür: dem Wasserwerk Mainzlar und dem Hochbehälter Weidhof. Auch dort waren den ganzen Tag über interessierte Besucher und auskunftsfreudige Mitarbeiter anzutreffen.

Am Wasserwerk in Mainzlar demonstrierten der Wassermeister Ernst Nau und seine Mitarbeiter anhand eines Modells, wie die Wasserversorgung bis zum Hausanschluss funktioniert. Zu sehen waren unter anderem alte und neue Rohre, Entlüftungsschächte und Hydranten – alles, was unter der Straßendecke verborgen ist. Auch einen Tonaufnehmer, mit dem Lecks aufgespürt werden, oder die »Zählergalerie«, in der gerade ausgewechselte Zähler zur Kontrolle liegen, zeigten die ZLS-Mitarbeiter in Mainzlar.

Sie berichteten zudem aus der Geschichte der Wasserversorgung im Lumdatal und erläuterten, wie das Wasser behandelt wird, bevor es verteilt wird. Nau verriet von der Arbeit bei der Wasserversorgung, dass die Mitarbeiter eigentlich »auch alle Waldarbeiter« sind, weil sie mit der Motorsäge hin und wieder einem Baum zu Stamme rücken müssen.

Ein moderner Hauszähler war ebenfalls zu sehen, und Nau wies besonders darauf hin, dass jedes Haus ein Ventil haben muss, das verhindert, dass Wasser zurück in die Leitung läuft. Beim Zählerwechsel fällt den ZLS-Mitarbeitern oft auf, dass ein Ventil fehlt: »Wir erklären dann den Leuten, warum es sein muss.« Ausgestellt waren schließlich »Trophäen« – zerbrochene und undichte alte Rohre, die im ZLS-Versorgungsgebiet ausgegraben und ersetzt wurden.

Mit dem guten Besuch zeigten sich alle ZLS-Mitarbeiter sichtlich zufrieden. Und das Urteil der Kunden fiel äußerst positiv aus: »Es war sehr interessant« oder »Die haben sich ja ganz schön Mühe gemacht« war immer wieder zu hören.

Viele Informationen gab Wassermeister Ernst Nau am ZLS-Wasserwerk in Mainzlar, wo alte und neue Rohrleitungen zu sehen waren, die Verlegung von Hausanschlüssen demonstriert wurde und Näheres über Hydranten in Erfahrung gebracht werden konnte.

Auf Informationstafeln konnten sich in Lollar die Teilnehmer des Tages oder offenen Tür über die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg »schlau machen«.

Alles offen vom Brunnen bis zum KlärbeckenAlles offen vom Brunnen bis zum Klärbecken

Aus Gießener Anzeiger vom 11.10.05

Besichtigung Kläranlage Lollar LOLLAR (sl) Seit 100 Jahren gibt es in Lollar eine Wasserversorgung. Stand am Anfang eine Wasserwerkskommission, so übernahm kurze Zeit später der Verein Wassergenossenschaft „Glückauf“ deren Aufgaben. Im Jahr 1964 bildete sich dann der Zweckverband „Wasserversorgung Glückauf“, der sich ab dem Jahr 2000 mit der Zusammenlegung von „Glückauf“ und dem Abwasserverband, zum heutigen Zweckverband Lollar/Staufenberg (ZLS) zusammenschloss. Nachdem das Jubiläum bereits mit einem Festakt im Lollarer Bürgerhaus begangen wurde ( der Anzeiger berichtete), war am Sonntag die gesamte Bevölkerung eingeladen, um einmal einen „Blick hinter die Kulissen der Wasserversorgung“ zu tun. Die Verantwortlichen hatte sich sehr viel Mühe gegeben, den Sonntag für alle Besucher interessant zu gestalten. Die Erwachsenen konnten sich bei Rundgängen mit kompetentem Fachpersonal in Lollar darüber informieren, was aus dem Abwasser wird. Interessant waren dabei vor allem die Klärbecken, aus denen das Wasser nach mehreren Reinigungsprozessen wieder sauber der Lahn zugeführt wird.

Aber auch die Vorreinigung in den sogenannten „Schnecken“ war für viele Besucher eine interessante Erfahrung. Die Feuerwehr hatte einen „Pendeldienst“ eingerichtet, und fuhr die Besucher im halb-Stunden-Takt zu den Wasseranlagen des ZLS. Besichtigt werden konnte dabei das alte, 1913 errichtete Brunnenbauwerk in Mainzlar, das 1957 erweitert wurde, und 1979 von 27,5 Meter Tiefe der Wasserförderung auf jetzt 60 Meter Tiefe ausgeweitet wurde. Dann ging es weiter zum größten Hochbehälter „Weidhof“ des ZLS, der 1968 erbaut wurde, und zwei Kammern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1200 Kubikmeter Frischwasser hat. Auf dem Betriebsgelände des ZLS in Lollar konnte man sich außerdem über die Wassergewinnung in Bildern, sowie interessantes über den ZLS informieren. Auch an einem Info-Stand bekam man jede gewünschte Information. Wer von all dem Gesehenen und Gehörtem hungrig und durstig geworden war, musste es nicht bleiben. Für das leibliche Wohl war den ganzen Tag über bestens gesorgt. Da die Eltern ihren Nachwuchs bei Mitarbeiterinnen des ZLS in guten Händen wussten, konnten sie ebenso unbesorgt an den Führungen teilnehmen. Die Kleinen waren voll auf damit beschäftigt, zu malen oder sich schminken zu lassen, aber auch formen mit der Knetmasse stand hoch im Kurs. Im Vorfeld gab es ein Preisausschreiben, an dem sich Kinder in Schulen und Vereinen beteiligen konnten.

Dabei war nach dem Gründungsjahr des ZLS gefragt worden, und über wie viele Hochbehälter der Verband verfügt. Außerdem sollte erraten werden, wie viel Kubikmeter Wasser jährlich über das Wassernetz der ZLS-Verteiler fließt. Wer die Broschüre des Zweckverbandes aufmerksam gelesen hatte, dem viel die Beantwortung der Fragen nicht schwer. Ganz clevere Köpfe konnten die Antworten auch im Internet abfragen. Am Sonntagnachmittag erfolgte dann die Preisverleihung, bei denen der erste Preis, eine Jahreskarte und eine Stopuhr für das Lollarer Hallenbad an Adrian Becker aus Treis ging. Den zweiten und dritten Preis, je eine 30-er Eintrittskarte für das Lollarer Waldschwimmbad , ebenfalls mit Stopuhren, bekamen Emily Ripplinger und Dennis Sawitzky, beide aus Staufenberg. Je eine CD „Wasser für die Ohren“ samt einer Stopuhr, waren die Preise 4 bis 13, und eine Stopuhr zusammen mit einem Fußball erhielten die Gewinner der ausgelosten preise 14 bis 18. Die weiteren Preise von 19 bis 50 bekamen ebenfalls eine Stopuhr, die bei den Kindern sehr hoch im Kurs standen. Alle Verantwortlichen, an der Spitze Geschäftsführer Jochen Becker, zeigten sich erfreut über den sehr guten Besuch, der anhand eines Gästebuches nochmals nachzuvollziehen war. „Eine solche Veranstaltung ist ohne die engagierte Mitarbeit aller gar nicht durchzuführen“, erklärte Becker, der allen für ihren Einsatz dankte.

Beim „Tag der offenen Tür“ bekamen die Besucher einen Einblick, was mit dem Abwasser der Haushalte geschieht. Hier wird es in sogenannten „Schnecken“ vorgereinigt.

Damit auch die Eltern die Führung ohne Sorge um ihren Nachwuchs mitmachen konnten, wurde die Kinder von kompetentem Personal betreut. Für sie hatte man Malecken eingerichtet, die rege genutzt wurden.

Die Klärbecken waren dann die weitere Station in der Wasserreinigung, die von den Besuchern besichtigt wurden.
Auf dem Betriebsgelände des Zweckverbandes konnte man an Schautafeln allerlei Wissenswertes über den Verband und das Wasser erfahren.

Eine sehr interessante Station war der größte Hochbehälter des Zweckverbandes, „Weidhof“ in Mainzlar, bei dem die Besucher Führungen in kleinen Gruppen mitmachen konnten, und von Fachpersonal alle Fragen beantwortet bekamen.

Grosses preisausschreiben für kinder und JugendlicheGrosses preisausschreiben für kinder und Jugendliche

Aus Gießener Allgemeinen Zeitung vom 13.10.05 (sdi)

Lollar/Staufenberg (sdi). Viel zu gewinnen gab es für Kinder zum 100. Jubiläum des Betriebszweiges "Wasserversorgung" des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg (ZLS). Am Tag der offenen Tür (die AZ berichtete) zogen "Glücksfeen" im Betriebsgebäude der Kläranlage in Lollar aus der Lostrommel  mit rund 80 richtigen Einsendungen die Gewinner von 50 Preisen. Die Teilnehmer hatten Fragen rund um den ZLS beantwortet - etwa, wie viele Liter Wasser jährlich durch das Leitungsnetz fließen.

Auslosung Preisausschreiben Den ersten Preis, eine Jahreskarte für das Hallenbad Lollar-Staufenberg, eine Stoppuhr und Traubenzucker, gewann Adrian  Becker (Staufenberg). Der zweite Preis ging an Emily Ripplinger, der dritte an Dennis Sawitzky. Beide erhalten jeweils eine 30er Karte für das Lollarer Waldschwimmbad, eine Stoppuhr und Traubenzucker. Weitere Preise wie Wasser-CD, Stoppuhr und Traubenzucker gehen an Marwin Brenner, Jerome Krug, Paul Glavion, Jonas Penz, Marcel Thomas, Bastian Drescher, Marcel Sanchez, Lea Sophie Deußing, Sarah Schönbrunn und Maik Ebert.

Bälle, Stoppuhren und Traubenzucker gewannen Jan Demper, Mark Fabel, Sara Moldt, Dennis Schridde und Annika Kamusella. Stoppuhren und Traubenzucker gibt es für Julia Sawitzky, Janina Nätzscher, Lisa Bock, Till Becker, Paul Karger, Julian Gregor, Artem Karich, Niklas Marscheck, Maximilian Gilbert, Stefan Bock, Lars Werdecker, Daniel Grölz, Markus Frischer, Conner Detosse, Teresa Irle, Eric Zecher, Nils Müller, Motitz Gerhardt, Denis Noll, Sarah Felde, Jonas Faulenbach, Christian Herzberger, Philipp Brée, Jonas Pfeiffer, Lara Böcker, Vanessa Köhler, Sara Bock, Lara-Sophie Keller, Fabio Eberl, Sophie Bruß, Krispin Wollersheim und Dennis Scholz.

Die kleinen Besucher fieberten am Tag der offenen Tür des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg (ZLS) bei der Verlosung der Gewinne des Preisausschreibens in der "Kinderecke" des Kläranlagengebäudes in Lollar mit und durften auch Lose ziehen. Dabei waren ZLS Geschäftsführer Jochen Becker und ZLS-Mitarbeiterin Micheline Eberl.


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